Hier schreibt Dominique, Natalia!s Assistentin...

Meine Gummi-Herrin Natalia! hat mir erlaubt, hier ab und zu Beiträge einzustellen zu Themen, die ich interessant finde.



März 2018

Kommentare zu Dominiques untenstehender Kritik

Hallo Leute -

Einerseits habe ich auf meinen untenstehenden kritischen Artikel "Ich vermisse Gummi-Parties" aus dem Januar 2017 viele e-mails erhalten, in denen meiner Kritik vorbehaltslos zugestimmt wurde.

 

Andererseits gab es aber auch zwei Zuschriften, in denen mir Gummi-Parties genannt wurden, die tatsächlich anders sein sollen.
Bevor ich diese aber hier nenne, werde ich sie besuchen und mir selbst ein Urteil bilden.

Ich werde an dieser Stelle auf alle Fälle wieder darauf zurückkommen !

Hier schon mal eine Auswahl aus den Zuschriften.

Eure Dominique

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G.K.  aus Großbritannien     (übersetzt aus dem Englischen)

Ich habe gerade Dominique's Artikel über Fetisch-Partys gelesen und fand ihn faszinierend und interessant.
Wie ich Dir vor ein paar Jahren kurz gesagt habe, bin ich durch diese Partys in die Gummi-Welt gekommen.

Es war 1983 und es war immer noch eine Mundpropaganda-Szene. Es gab einen schrägen Laden, der ziemlich einfache Outfits verkaufte, aber es gab auch einen bestimmten Ort in West-London, der sich auf richtige Gummi-Outfits spezialisiert hatte. Das war am Kensington Market, wo viele junge Designer Stände mit sehr interessanten Kleidungsstücken und Accessoires hatten.

Es war auch dort, wo ich von einem monatlichen Club in Soho hörte, der am ersten Dienstag eines jeden Monats in einem Schwulenclub abgehalten wurde, der aber diese Nacht für alle geöffnet war.  Es war großartig, es gab dort richtige Fetischisten, kein Verkaufen, keine Wichser in Strassenkleidung, und einige ernsthafte Aufführungen mit immer ein oder zwei Dominas, die ihre Sklaven mitbrachten und die darauf aus waren, eine Show vorzuführen.

Dort lernte ich Steve Beech kennen, der "Der Putsch" und später "Westward Bound" gründete, der sehr darauf bedacht war, daß die Leute zu seinen monatlichen Treffen kamen. Er hielt diesen Club in verschiedenen Locations ab, Kellerbars, die die ganze Nacht geöffnet hatten.

In diesen Pre-Internet Tagen wartete man eifrig darauf, dass die Post die Einladung in den Briefkasten warf, um herauszufinden, wo das nächste Event stattfand. Sie haben nie enttäuscht, immer wieder wurden interessante und großartige Shows veranstaltet. Der Dress Code war streng und respektiert, und es waren immer interessante Outfits zu sehen.

Ich traf Leute wie Tim Woodward, der gerade erst mit “Skin Two“ angefangen hatte, und verschiedene andere Leute, die in der Fetischszene der 80er Jahre groß geworden sind und die leider alle innerhalb weniger Jahre aufgrund von Rivalität und kleinlicher Eifersucht miteinander in Streit gerieten. Aber dann wurde alles leichter und einfacher, mit viel Papier, das mit Einladungen zu privaten Partys in London verbreitet wurde.

Den Beginn des "Kommerzialismus" sah ich in der Szene, als ich London verließ. "Torture Garden" startete zusammen mit anderen Geld machenden Clubs, in denen es sich von einer Gruppe gleichgesinnter Leute zu trendigen "sehen und gesehen werden"-Parties entwickelte, bei denen sogar Richard Branson mit seinen Virgin-Clubs involviert war.

Ich habe mich weiterhin aus der Ferne für die Szene interessiert, wie z.B. für die "Skin Two" und "Heavy Rubber" Magazine. Das dauerte bis Anfang der 90er Jahre, als ich völlig das Interesse verlor, was erst wiederbelebt wurde, als ich 2002 auf Natalia! traf!
Der Rest ist Geschichte.
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P.M.  aus München, Deutschland

Mein Kommentar zu Dominiques Artikel aus kommerzieller Sicht.

Leider leider muß ich dem Text von Dominique bezüglich "Gummifetisch-Parties" hundertprozentig zustimmen.
Hätte ich diesen Kommentar geschrieben, wäre er noch deutlich agressiver ausgefallen.

Nur noch Kommerz, Kommerz, Kommerz. Ich verstehe ja - und ich habe auch überhaupt nichts dagegen - daß die Veranstalter solcher Events ihre Kosten wieder hereinbekommen und natürlich auch einen Gewinn machen möchten.

Was mich nur aufregt, ist die falsche Etikettierung, der Schwindel "Fetish Party", mit dem naive zahlende Gäste angelockt werden. Ein Schwindel, der den Begriff "Fetisch-Party" und insbesondere Gummifetisch-Party" allmählich zu einem branchenbekannten Synonym für Unehrlichkeit, Frust und die Einstellung "Nie wieder !" hat werden lassen.
Es geht den "üblichen Verdächtigen", den Veranstaltern der bekannten "Fetisch-Parties" ja nicht um große, langfristig angekündigte, vielleicht einmal im Jahr stattfindende internationale Events, sondern um den schnellen Euro, alle paar Wochen oder Monate.

Denn es ist ja keineswegs so, daß mit einer echten, wirklichen Gummifetisch-Party kein Geld verdient werden kann. Wenn solch ein Event ehrlich und überzeugend beworben wird, wenn die Werbung frühzeitig und vor allem auch international verbreitet wird (was in Zeiten des Internets ja nun wirklich kein Problem ist), wird es für solch ein Ausnahme-Event auch ein internationales Ausnahme-Publikum geben - selbst wenn der Eintrittspreis wegen hoher Kosten hoch sein sollte.

Ich habe einmal anläßlich einer Gummi-Session mit ihr mit Natalia! über die Finanzierung ihrer einmaligen und wirklich einzigartigen Gummi-Party auf ihrem großen Anwesen im Jahre 2005 gesprochen. Sie nannte mir keine Einzelheiten, zeigte sich aber befriedigt darüber, daß trotz des ganz erheblichen materiellen, organisatorischen, personellen und finanziellen Aufwandes, den sie für dieses Event auf sich genommen hatte, und bei einem im oberen Mittelfeld liegenden Eintrittspreis, sie ca. vierhundert internationale Gäste von allen fünf Kontinenten bei sich begrüßen konnte und damit immerhin zwar keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust gemacht hatte.

Es gibt unter holländischen Event-Veranstaltern den Spruch, daß man beim ersten halben Dutzend Veranstaltungen mit Verlust rechnen sollte, und daß erst danach der Gewinn eintritt.
Insofern meinte Natalia!, hätte sie diese Party als Reihe einmal jährlich weitergeführt (was sie aber nie beabsichtigt hatte), hätte sie - da dieses Event nun weltweit bekannt geworden war - mit Sicherheit schon beim zweiten Mal Gewinn gemacht.
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Jo Hammar  aus Malibu, California, USA     (übersetzt aus dem Englischen)

Danke, Dominique, daß Du dieses Thema angesprochen hast. Ich bin allerdings nicht der Meinung, daß Du Dir damit viele Feinde gemacht hast, höchstens in den Kreisen der sogenannten "Fetisch-Party"-Veranstalter. Ganz im Gegenteil, echte Gummi-Fetischisten werde Dir, denke ich, von Herzen zustimmen.
Ich selber habe in meinem ganzen Leben (ich bin jetzt 72, und ich bin seit weit über 50 Jahren Gummi-Fetischist) überhaupt nur wenige Events dieser Art erlebt, die wirkliche, echte Gummifetisch-Parties waren.

Zum Einen waren dies in den achtziger Jahren, in der Anfangszeit, diverse tatsächlich "geheime" Parties in englischen Landhäusern, veranstaltet von Privatleuten und noch mit dem Schauder des (zu der Zeit) mehr oder weniger Verbotenen gewürzt. Gäste aus England, den USA, ich glaube auch Holland, und wenige aus Deutschland. Es war - aufregend !

Dann in den Neunzigern ein Ausnahme-Event in Florida, outdoors, unter Palmen und Vollmond, und mit Gästen, die sich wirklich Mühe gegeben hatten, ihren Gummifetisch zu zeigen und zu zelebrieren. Eine zauberhafte Nacht.

Und zuletzt, ich glaube es war vor 12 oder 13 Jahren, Natalia!s einzigartige Gummi-Party auf ihrem privaten Anwesen. Von diesem Event wird heute noch gesprochen - mit Recht.
Aber das war's auch. Ganz gleich ob in Berlin oder Amsterdam, London oder Hollywood, New York oder Minneapolis - auch ich habe es einmal zu oft ausprobiert, und obwohl ich die Nächte einerseits immer genossen habe, da ich stets in Begleitung erregender und echter (!) Gummifrauen war, war es andererseits doch immer der gleiche Frust.

Ich bin der Überzeugung, daß ein erfahrener und kosmopolitischer Event-Veranstalter, der idealerweise gleichzeitig auch Gummi-Fetischist sein sollte, eine wirkliche, echte, z.B. jährliche Gummiparty-Reihe auf die Beine stellen könnte, mit Gästen weltweit.
Und das, nebenbei gesagt, definitiv mit Gewinn.
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T & M  aus London, Großbritannien     (übersetzt aus dem Englischen)

Hallo, toller Artikel von Dominique. Wir hörten auf, auf Fetisch-Partys zu gehen, weil uns der “Dress Code“ zu dumm wurde.  Nur sehr wenige Leute mit mehrschichtigen "Heavy Rubber" Gummierungen - Schläuche, Gasmasken, Gasmasken, Rebreather usw.
Und dann die laute Techno-Musik - aaghhhhhh!!  

Ganz sicher muß es auf einer Gummiparty ein Gummizimmer geben - ein Gummibett mit vielen Gummilagen, Gummidecken, Schläuche und Faltenschläuche, die von den Betten/Wänden herabhängen, ein Gyn-Stuhl, Gummikörpersäcke mit angehängten Gasmasken usw...!! Wir müssen das Gummi in der Luft riechen können !

Also, gut gemacht Dominique, wir stimmen voll zu !!
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J.v.d.G.  aus Den Haag, Niederlande     (übersetzt aus dem Niederländischen)

Ich muß der Kritik von Dominique hundertprozentig zustimmen.

Meine Eindrücke von Gummifetisch-Parties" sind in Stichworten :
- trotz "dress code" kommt jedermann in jeder beliebigen Kleidung rein
- die üblichen nervigen herumstehenden Wichser
- Techno und House vom irgendeinem "berühmten" DJ in ohren-schädigender
          Lautstärke
- Drogen
- Rauchen
- ausgesprochen peinliche SM- und Bondage-Shows
- sogenannte "Play Rooms", in denen lediglich ein paar abgetakelte SM-Möbel stehen,
          was mit einer "Gummi-Party" nichts zu tun hat
- meist ein Buffet, das - gemessen am Preis - eine Zumutung ist
- Gummi ? Einige wenige Gäste tragen Gummi, ansonsten : nix Gummi !

Wir - meine überzeugte Gummifetisch-Ehefrau und ich - habe es immer wieder versucht, in den Niederlanden, in Deutschland, in Österreich, aber es war immer wieder die gleiche Enttäuschung.
Die einzige Party, die wir erleben durften und die unserem Ideal eines solchen Events sehr nahe kam, war Natalia!s große private Gummi-Garten-Party auf ihrem Anwesen im Jahr 2005.
Aber ansonsten - wir tun uns das heute nicht mehr an, wir gehen auf keine dieser Parties mehr.
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P.A.  aus Québec, Canada     (übersetzt aus dem Französischen)

Als überzeugter Heavy Rubber Fetischist habe ich früher (so ungefähr von 1990 bis 2010) die Welt bereist, nur um an den tollsten Gummi-Events teilnehmen zu können.

Aber wo immer ich auch an einer Party teilgenommen habe, ich habe feststellen müssen, daß es stets doch nur öde kommerzielle Veranstaltungen waren.
Das was ich oftmals von älteren Leuten hörte, daß es „früher“ ganz tolle Gummi-Parties gegeben hatte, nur mit echten Gummi-Fetischisten, in Großbritannien und auch anderswo, habe ich selbst leider so nie erleben dürfen.

Meine Erfahrung war mehr oder weniger immer die gleiche : 
unerträglicher Lärm (genannt Techno Musik)
Drogen
alle möglichen sogenannten „Fetisch“-Outfits
aber nur wenige Gummi-Leute - und wenn, dann meist keine überzeugten Fetischisten,
sondern hippe junge Leute, für die es nur eine Mode ist.

Ich habe es aufgegeben. Da ich allein lebe, aber finanziell gut gestellt bin, besuche ich statt dessen gelegentlich einige Professionelle in verschiedenen Ländern.
(In den USA die jetzt nur noch privat agierende Mistress Adele, in Hong Kong die bezaubernde Madam Liu, und in Deutschland die unvergleichliche Natalia), die zwar natürlich nur für Geld zur Verfügung stehen, von denen ich aber weiß, daß sie den Gummi-Fetisch mit Überzeugung leben.
Diese Besuche geben mir mehr als jede sogenannte Gummi-Party.



Februar 2018


Ich vermisse Gummi-Parties.


Die Überschrift mag im ersten Moment merkwürdig klingen, denn es gibt doch zahlreiche Fetisch-Parties und sogar auch hier und da einige wenige „Latex Only“ Parties.

Aber: 
der Schein trügt.
Es gab Zeiten, zu denen Events dieser Art den Namen „Gummi-Party“ noch wirklich verdient hatten. Nur ist das lange her.

Einerseits, in der Gründerjahren des modernen Gummi-Fetisch, in den vergangenen Siebzigern und Achtzigern, als Männer wie John Sutcliffe, Jo Hammar und andere den heutigen Gummi-Fetisch begründeten, fanden private, meist heimliche Parties statt.

Es begann in England, und es war zu der Zeit ja alles noch mehr oder weniger unter Strafandrohung „verboten“. Private ländliche Anwesen, später dann auch geheime Keller-Locations in Londons Szene-Viertel wie in der Oxford St. und anderswo waren die Orte, an denen Gummi-Fetischisten sich trafen.
Gut, das war vor meiner Zeit, aber ich habe viel davon gehört und mich mit Leuten unterhalten, die dabei waren.

Andererseits, dann, gegen Ende des Jahrhunderts, lockerten sich in England, Deutschland und weiteren europäischen Ländern allmählich die Ansichten der Politik, der Justiz und der öffentlichen „Moral“. Es war ein zäher Kampf und ein fließender Übergang, aber seit den Achtzigern und Neunzigern wurden Gummi-Fetisch-Events dann ausgesprochen „in“.
Nur, bis auf wenige Ausnahmen waren dies nicht wirklich „Fetisch-Parties“.

Denn die bestehende Disco- und Club-Szene hatte nur zu schnell erkannt, daß mit dem Allerwelts-Label „Fetisch“ sich das Interesse der vorwiegend jugendlichen Clientel aufs beste neu beleben ließ, als neuer Trend, auch als neue Mode, als neuer Kassenschlager.
Plötzlich war irgendein „Fetisch“ - was immer auch darunter verstanden wurde - ein Muß, und der „strict dress code“ wurde eingeführt. „Nur“ im Fetisch-Outfit sollte der Einlass erlaubt sein - aber was zuerst von einigen Veranstaltern vielleicht tatsächlich so gemeint war, wurde auf breitester Front nur zu schnell dem Kommerz geopfert.

Seit vielen Jahren kam und kommt auf nahezu jeder „Fetisch“-Veranstaltung jeder rein, der Umsatz macht. Der furchterregende Satz „The decision of the Door Bitch is final“ bezieht sich allerdings nur in der Theorie auf das Outfit. In der Praxis zählt jeder der zahlt.
Mit dem Ergebnis, daß auf jedem dieser Events neben einigen wahren Gummi-Fetischisten in mehr oder weniger ausgefallenen Gummierungen die zahllosen Party-, Club- und Szene-Gänger, und, unendlich schlimmer, die unvermeidlichen Seh-Leute in Berkemann-Sandalen stehen und sich gaffend, geilend und geifernd in aller Öffentlichkeit einen runterholen, in der Cordhose und manchmal auch außerhalb.

Der zahlende Kunde wird doch veralbert, wenn zum Beispiel ein Event „Latex Lounge“ genannt wird, und dann der geforderte dress code wörtlich folgender ist :
    
        „Latex, Rubber, Gummi
    
        Fetisch, Lack-Leder, elegant in Abendgarderobe,
        gern elegant, 
    
        und alle von Fantasie geprägten Outfits“


„Elegant“ gleich zweimal. Da gibt mir meine Fantasie doch gleich eine Menge eleganter Outfits ein, die nur leider alle mit „Latex“ oder auch nur mit „Fetisch“ nicht das geringste zu tun haben.

Oder, der dress code zu einem „Rubber Ball“, zu dem Natalia! gerade diese Tage eine Einladung erhalten hat :
    
        „Latex, Gummi, PVC, Vinyl, Leder
        Uniform-Fetisch, Gasmasken
        Gummipuppe, Crossdressing
        Harnesses, Bondage Masken
        Gimp-Masken, Knebel, Gimp-Moden
        Catsuits, Zentai, Heavy Rubber
        Gothic Lolita, Cyber
        Luxus Kink
        Minimale akzeptable Kleidung für den Eintritt: Casual (Anzug & Krawatte, Button-down-Shirt, Cocktailkleid, usw.)"


„Latex Lounge“ ? „Rubber Ball“ ? Ich fühle mich verarscht.



Die übliche „Fetisch“-Party unterscheidet sich praktisch überhaupt nicht mehr von jeder beliebigen Techno- und House-Veranstaltung. Das geht schon aus der allgemein üblichen Bezeichnung hervor: „Dance & Play Party“, in Zusammenhang gestellt mit beliebigen „Lack & Leder“-Floskeln, haben solche Veranstaltungen den Begriff „Fetisch-Party“ weitgehend ersetzt.
Primär beworben werden für diese Events nicht mehr Details zu Inhalt und Ablauf der „Fetisch“-Party, sondern - mit den Namen der DJs. Je bekannter die Namen dieser Platten-Helden, umso mehr strömen die Kids zu diesem „Fetisch-Event“.


Dröhnende, ohrenbetäubende, trommelfell-schädigende Techno- und House-Musik, garniert mit ein wenig Hip Hop, Drogen ganz selbstverständlich, und auf die Kiddies zugeschnittene Alkopops. Und geraucht wird überall, vorwiegend unter den Rauchverbot-Schildern. Man ist ja so cool, wer läßt sich seine Selbstbestimmung schon von spießigen Passivrauchern verderben, und für den Veranstalter zählt nur der Umsatz.

Ich habe es nur zu oft erlebt, daß Gummi-Fetischisten, auch ganz besonders Paare, die sich (wieder einmal, die Hoffnung stirbt zuallerletzt) eine Nacht unter wirklich Gleichgesinnten erhofft hatten, nach nur kurzer Zeit, oder auch gleich an der Tür, wieder einmal enttäuscht abwandten und nach Hause gingen.
Das begann 1991 unter anderem in Amsterdam als Verkaufs-Veranstaltung für den Latexkleidungs-Hersteller DeMask mit den berühmt-berüchtigten „Europerve“-Parties (Kennzeichen: Techno ohrenbetäubend, Bässe zwerchfellerschütternd, Rauchen überall, Dresscode lediglich eine Empfehlung, selbst der Veranstalter von DeMask lief in aller Regel in schwarzem Hemd und schwarzer Hose durch seine „Gummifetisch“-Party), und hat sich bis heute fortentwickelt zu hunderten gleichgeschalteten „Fetisch“-Events, die keine sind.

Und dann diese ewig gleichen „Bühnen-Shows“, die häufig sowieso nichts anderes sind als bezahlte und getarnte Latexmoden-Verkaufsschauen mit „Äkschen“ - immer wieder dieses Seil-Bondage und Aufhängen (was ja im Gummi-Fetisch unbedingt DIE Hauptsache ist), aufgetakelte und aufgepunkte schrille junge Frauen mit Kettensägen, Schwingschleifern und Schweißerbrillen, Draufhauen auf „Sklavinnen“ ohne Ende, oder diese „mystischen“ Nummern mit nachgemachter gregorianischer Musik, die ich auch nicht mehr hören kann.

Und vergessen darf ich natürlich nicht die „Play Rooms“.
„Gummi“ (z.B. auf Sitzmöbeln oder Rammel-Liegen) gibt es „Gummi-Parties“ in aller Regel überhaupt nicht. Wohl vor allem aus Kosten- und dann auch aus Reinigungs-Gründen. Auch ein Gyn-Stuhl - was ja noch den Hauch eines Bezugs zum Gummi-Fetisch hätte - ist schon die absolute Ausnahme. Statt dessen Kreuz, Pranger, Strafbock, Käfig, irgendein Bondage-Gestell. Vielleicht auch noch ein Fesselstuhl und eine Auspeitsch-Bank. Alles ausgeliehen von irgendeinem SM-Möbel-Lieferanten, der dafür im Gegenzug auf der Party kostenlos seinen Verkaufs- und Werbestand aufstellen darf.
Also alles was der Gummi-Fetischist begehrt, um seine Gummi-Sklavin mal so richtig in aller Öffentlichkeit vorzunehmen (oder umgekehrt) ? Nein. Wirklich nicht. Hier trifft lediglich BDSM auf Einfaltslosigkeit, Möchtegern-Fetisch auf bloßes Kommerzdenken.


Ich bin wie meine Gummi-Herrin Natalia! eine wahre, eine echte, eine süchtige Gummi-Fetischistin, und habe auf diesen ganzen „Fetisch-Party“-Mist einfach keine Lust mehr.


Einwand: 
aber ganz so wie Du es beschreibst ist es doch nicht, es gibt doch auch wirkliche „Latex Only“ Parties, zu denen der Zutritt tatsächlich nur im Latex-Outfit gewährt wird.

Ja. Das stimmt. Aber zu diesen wenigen derartigen Events (die meist übrigens in kleinem Rahmen stattfinden) muß ich jetzt einmal ausgesprochen deutlich werden. Auch wenn ich mir damit vermutlich so manche Feinde mache.

Ich habe im Laufe der vergangenen Jahre - oft auch zusammen mit Natalia! - solche wirklichen „Rubber Only“ Parties besucht, und ich muß gestehen, da waren wirklich einige bei (auch wenn das keineswegs für alle galt), bei denen man wirklich nur im Gummi-Outfit hineinkam.
PRO: so weit so gut.

Aber jetzt zu einigen beispielhaften
CONTRAS:

Wir mußten es tatsächlich auf einem solchen Event erleben, auf einem herunter gekommenen „Schloß“, daß auf einer Art Vor-Party zu einem „Rubber Only!!“ Event am Nachmittag sich Mütter mit Säuglingen und Kinderwagen ein Stelldichein gaben, fröhliche Familien, die sich im Vorfeld einer Gummifetisch-Party bei Kaffee und Kuchen, Würstchen und Bier, Windeln und Milchfläschchen zusammenfanden. Natürlich un-gummiert.
Wir haben dann auf die Teilnahme am Abend verzichtet; wie das Weitere aussehen würde, konnten wir uns vorstellen.


Überhaupt ist diese spiessbürgerliche Atmosphäre eines Kleingarten-Vereins mit Spanferkel am Grill leider häufiger fester Bestandteil, ja geradezu schon wesentlicher Charakterzug derartiger überaus gemütlicher (schauder!) „Gummifetisch“-Events.

Auch werden häufig enge kleine Räume, oftmals private SM-Keller mit niedrigen Decken oder ganz gewöhnliche Eck-Bierkneipen als Event-Location gewählt. Vielleicht ja, weil die Miete dort günstig ist; aber ich befürchte, der wahre Grund ist der Geschmack der Veranstalter (und der Gäste).

Überhaupt, die Gäste. Mir fällt auf, daß genau wie bei den wirklich zahllos existierenden „Fetisch-Stammtischen“ (schauder !!) ein Großteil des Publikums bei den jeweiligen Events aus den immer gleichen Personen besteht. Man kennt sich, man sieht sich, man trifft sich. Alle Jahre wieder, wie zum Schützenfest, wie zum gummierten Karneval.
Unvermeidlich führt dies zur Cliquen-Bildung, was Gäste, die nicht zum Stammpersonal gehören oder, schlimmer, die sich zum allerersten mal dort blicken lassen, häufig in aller Deutlichkeit zu spüren bekommen. Schon beim Betreten des überschaubaren Lokals kein lautes Hallo wie bei den bekannten Gesichtern, sondern eisiges Schweigen und abweisend-feindselige Blicke, besonders übrigens von den Frauen. Von den Männern bei ansehenswerten neuen weiblichen Gästen mehr die geilen „lass Dich mal befummeln und ficken“-Blicke und Ansprachen.

Das eher spärliche Buffet ist dann übrigens meist schon abgegessen, da die Stammgäste aus Erfahrung vorher zuhause nichts essen und rechtzeitig kommen, um sich den Bauch vollzuschlagen.
Schließlich haben sie Eintritt bezahlt und - typisch deutsch, wie ich als Italienerin meine - „ein Recht darauf !!!“.  Jawoll !!! Mit drei Ausrufungszeichen.

Aber apropos Frauen. Wenn frau mit ihrem Göttergatten auf eine Sex-, Swinger- oder meinethalben auch nur „Fetisch“-Party geht, soll sie die Eifersucht zu Hause lassen. Und wenn sie nur ihm zuliebe mitgeht, soll sie es ganz lassen.

Aber jede Frau, die besser aussieht oder geiler gummiert ist als sie, schon auf die Entfernung zu hassen und das auch in aller Deutlichkeit zu zeigen, ist nicht unbedingt die richtige Art, eine aufregende Party-Nacht unter „Gleichgesinnten“ zu verbringen.
 
Oftmals ist frau auch selbst schuld an ihrem Frust. Wir alle - und da schließe ich mich selbstverständlich ein - sehen nackt, wenn wir nicht mehr 18 sind, eben nicht so gut aus wie in einer perfekten (Gummi-)Verpackung. Aber wenn sie ohnehin Gummi nicht wirklich mag, sondern nur wegen „ihm“ so einen brust- und bauch-freien Fummel mit Ketten und Strapsen anzieht, und das ist dann eine in China hergestellte Beate-Uhse-Kreation, die nur gut aussieht auf den Fotos im Katalog an dem 21jährigen blonden englischen glamour-model mit Silikon-Möpsen, nicht aber bei ihren gepiercten Hängetitten und ihrem Drei-Geburten-Bauch, dann muß sie sich nicht wundern.
Halbnackt und geschmacklos ist weder anregend noch der „dress code“, wie er auf einer Fetisch-Party sein sollte.

In den meisten Fällen werden diese eher beschaulichen Locations (enger, schwitzender, bierdunstgeschwängerter Körperkontakt ist aus Platzmangel meist garantiert) auch mit unerträglich lauter Musik beschallt, die - natürlich - im Laufe der Nacht mit steigendem Alkohol-Pegel des Auflegers und der Gäste auch einen immer noch höheren Dezibel-Pegel erreicht.
Gut, hier besteht die Folter dann meist nicht aus Techno, sondern nach anfänglich halbwegs hipper Musik recht bald nur noch aus deutschen Schlagern. Was noch unerträglicher ist.

Die Regel ist es, daß das Rauchen „nur“ in einem Raum erlaubt ist. Da der Veranstalter aber zumeist selbst Raucher ist, ist dies aber entweder der zentrale Raum wie z.B. die Bar, dort wo er sich selbst gern aufhält und wo eigentlich alle hin möchten, oder es zieht unvermeidlich durch alle Räume, und dann werden sowieso bald überall die Kippen angesteckt. Und wage es ja nicht, einen angetrunkenen Raucher darauf anzusprechen !

Nochmals zum sogenannten dress code. Da dieser fast immer mehr oder weniger beliebig praktiziert wird, kommen eben nicht nur die wirklichen Fetischisten auf solche Veranstaltungen, sondern auch die Sorte Mensch, die ich als Aufdringliche Schweine bezeichnen möchte, und die in verschiedenen Spielarten auf vielen Events zu finden sind.

Auf einem jährlichen hamburger „Fetisch“-Event läuft regelmäßig ein völlig gestörter Typ in einem Jesus-liken schmuddelig-weißen Stoff-Outfit herum („Fetisch“ ist ja alles), der sich einen Bock daraus macht, sich unter seinem Kittel andauernd einen runterzuholen und dann ahnungslosen und überraschten, besonders männlichen Gästen seine Pfote zum Händeschütteln hinzustrecken. Mit seiner Wichse an den Fingern.

Wirkliche Gummi-Fetischisten, ganz gleich ob sie allein, zu zweit oder zu dritt kommen, sind auf diesen Events oftmals einsame Gestalten - auf beliebigen „Fetisch“-Parties sowieso, und auf „Latex-Only“-Treffen auch immer dann, wenn sie nicht zu einer angeschickerten Clique gehören, die ohnehin schon die größte Sofa-Garnitur für die ganze Nacht für sich belegt hat. Würde mich interessieren, ob die bereits am Vortag anreisen, um schon morgens in der Party-Location ihre (im letzten Urlaub geklauten) Hotel-Handtücher dorthin legen zu können, um damit ihre Sitz-Burg zu reservieren und zu verteidigen, weil sie ja vermeintlich qua Handtuch „Anspruch darauf haben !!!“.


Auf einer anderen, späteren Gummi-Party in Amsterdam trafen wir (Natalia!, Jo Hammar und ich) auf ein älteres, offensichtlich sehr wohlhabendes britisches Ehepaar, gekleidet in unendlich aufwendige Rokoko-Outfits aus Latex, die verloren, verzweifelt herumstanden und, als wir sie ansprachen, resigniert äußerten “this is certainly not our idea of a rubber fetish party“. Dem mußten wir aus tiefstem Herzen zustimmen.
Als sie dann seufzend noch erwähnten “Those were still rubber parties, in London, in England and Wales in the countryside, organized by Atomage, in the early years...“ und JH dann sagte, wer er ist, und daß er genau diese Parties in den Achtzigern und Neunzigern erlebt und schätzen gelernt hatte, war der Abend für uns alle doch noch gerettet.


Fazit.
Was ICH unter einer wirklichen, einer gelungenen Gummi-Party verstehe ? Laßt mich ein paar Stichworte aufführen :


Die Räume.
Edel. Elegant. Groß und großzügig. Hell (nicht immer dieses BDSM-Keller- oder Kneipen- düster-schmuddelige Ambiente !). Party-Fläche sowohl drinnen und auch draußen in einem Garten oder Park.

Die Jahreszeit.

Im Frühling oder im Herbst. Im Sommer ist es draußen meist zu heiß für Gummi, und im Winter zu kalt.

Die Uhrzeit.

Die Zeiten, in denen eine richtig geile Party in einem Club frühestens um drei Uhr morgens begann, sind glücklicherweise etwas vorbei. Aber 21h oder später sind die Regel.
Warum statt dessen nicht einfach mal am Nachmittag beginnen ? Was spricht dagegen, sich schon bei schönem Wetter und Sonnenschein zu treffen ? 


Der Zweck der Party.
Kontakt und Unterhaltung, sehen und gesehen werden, interessante und aufregende Leute treffen, Kennenlernen und im Sinne des Wortes sich Verstehen - all dies sollte im Vordergrund stehen, nicht aber viel zu laute Musik und besinnungsloses Zudröhnen und Zukoksen.
Und auch nicht unbedingt das „Spielen“ (diesen Ausdruck finde ich übrigens unmöglich) in den „Play Rooms“ - haben diese Leute für das Ausüben ihres Fetisch-Sexes kein Schlafzimmer oder Hobby-Keller ? Oder geht es darum, daß Zuschauer dabei sein sollen ?

Die Play-Rooms.

Wenn überhaupt, dann nicht das übliche BDSM-Mobiliar, sondern wirkliche Gummifetisch-Ausstattungen. Muß ich hier wohl nicht unbedingt erläutern, Gummi-Fetischisten wissen, worum es geht.


Die Musik.

Ganz gleich welche Stilrichtung, das ist Geschmackssache des Veranstalters und der Gäste. Aber Hauptsache, die Lautstärke ist - und bleibt im Laufe der Nacht - so gemäßigt, daß Unterhaltungen problemlos möglich sind.


Der Dress Code.
„Rubber Only“ MUSS eingehalten werden, ohne Ausnahme. Anderes wird nicht zugelassen, genauso wenig wie halb- oder mehr-nacktes (es sei denn, verführerische Sklavinnen sind nur spärlich gummiert...).



Das Entertainment und die Shows.

Wenn der sonstige Rahmen stimmt, muß das meines Erachtens überhaupt nicht sein.

Das Buffet und die Getränke.

Es muß ja nicht von einem Sterne-Koch sein (das hat es auch schon auf einer Fetisch-Party gegeben), aber eine gehobene Speisen- und Getränke-Auswahl wäre wünschenswert. Currywurst und Hähnchen sind nicht das, was zu einem eleganten Event paßt.

Das Rauchen.
Es muß in allen Räumen absolut untersagt sein. Erstaunlicherweise meinen auch heutzutage noch Veranstalter, die selbst Raucher sind, Nichtraucher wären intolerant.

Raucher sollen‘s für diese Nacht unterlassen oder nach draußen gehen. Oder - ja, ich kann ganz schön politisch inkorrekt sein - wegbleiben.

Die Gäste.
Ja, man darf, und man muß auch mal „politisch inkorrekt“ sein. Ich habe mir ja oben schon ein wenig Luft gemacht in Sachen „Spießigkeit“ und „Intoleranz“.

Und was mich auch stört: Schwule sind auf jedweder „Fetisch“-Party selbstverständlich zugelassen, dominieren sie teils sogar, denn wir sind ja selbstverständlich alle sooo tolerant. Aber versuch doch mal als Hetero - ganz gleich ob Mann oder Frau - auf eine Schwulen-Fetisch-Party zu kommen. Keine Chance. Noch nicht einmal als Lesbe. Da endet die Toleranz am Türsteher.

 
Ach, übrigens:
es gibt sie wirklich, die echten, die tatsächlichen Gummi-Parties.

Es gibt sie wirklich, die Heavy Rubber Parties, die Most Heavy Rubber Parties, die Real Hardcore Rubber Parties, die diesen Namen wirklich verdienen. Und zwar gar nicht so wenige.

Geil, nicht ! Und damit ist alles, was ich bisher geschrieben habe, falsch ? Leider nein.
Denn, der Haken dabei: es gibt sie für schwule Männer. Strikter und bei diesen Veranstaltungen wirklich, absolut eingehaltener Code: Men Only.
Keine Heteros, keine Bis, keine Frauen, noch nicht einmal Lesben. Nur schwule Männer. Siehe vorigen Absatz.

 Tja. Alles sehr bedauerlich.



 

Januar 2015


Meine Gummi-Herrin hat über die Weihnachtstage mit ihrem Promi-Luder #006 Kitty Core und mit mir einige Tage in einer chicen Location verbracht, um Fotos für ihre website zu machen.
Natalia! war tatsächlich über die ganzen Tage ununterbrochen gummiert, Tag und Nacht - sie ist wirklich eine hardcore Gummi-Fetischistin. Das war ja nicht das erste Mal - es hat schon diverse Gelegenheiten gegeben, bei denen sie tagelang nicht aus ihren Gummierungen herauskam, wie zum Beispiel bei ihrem berühmt/berüchtigten heavy rubber Auftritt im Beverly Hills Hotel in Hollywood.

An einem Abend war sie nach einem anstrengenden Tag Foto-Produktion so erschöpft, daß sie so wie sie war einfach in ihr Gummibett gefallen (sie schläft ja wann immer sie kann in Gummi-Bettwäsche, die hat sie auf Reisen immer bei sich !) und eingeschlafen ist. Mit Gummimaske, langen Gummi-Handschuhen und langen highheels-Gummi-Stiefeln. Noch nicht einmal abgeschminkt hatte sie sich, so müde war sie.

Ich fand diesen Anblick so schön, so anrührend, und, ja, auch so unschuldig, ich mußte sie einfach fotografieren.
Naja, Natalia! wachte dann doch auf und sah, daß ich Fotos von ihr machte, aber es störte sie nicht. Und ich finde, die Bilder sind toll geworden.

3282d 36-1-23282d 473282d 58